Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die Belegschaft, auf die Produktion, auf die Art der Zusammenarbeit aus?

25.09.18

Interview mit Torben Andrasch, Leiter Strategisches Resource- und Demografiemanagement, Daimler AG, Mercedes-Benz Cars

Herr Andrasch, wie weit schaut Mercedes-Benz Cars bei der Personalplanung in die Zukunft?

Wir monitoren engmaschig und versuchen, einen Zeitraum von zehn Jahren quantitativ und qualitativ abzubilden. Die Aussagen für die nächsten drei bis vier Jahre sind dabei relativ konkret. Danach wird es schwieriger. Im mittleren Korridor von ca. fünf bis sieben Jahren arbeiten wir mit Wahrscheinlichkeiten, wobei es natürlich auch Entwicklungen gibt, die nicht klar vorhersehbar sind. Zum Beispiel wie entwickelt sich der Anteil an Elektrofahrzeugen. Aber insbesondere beim Thema Ausbildung ist eine vorausschauende Planung und frühzeitige Berücksichtigung aktueller Entwicklungen sehr wichtig. Hier haben wir einen Vorlauf von vier Jahren bis zum regulären Einstieg. Wir müssen wissen, welche Kenntnisse zukünftig noch wichtiger werden und berücksichtigen das bei unserem Berufsportfolio. Und natürlich arbeiten und denken wir in Szenarien.

Welcher Wandel der Qualifikationsanforderungen macht sich denn am stärksten bemerkbar?

Die Digitalisierung ist natürlich die stärkste Triebkraft, sie beeinflusst alle Bereiche. Manchmal blicke ich noch in überraschte Gesichter, wenn ich sage, dass jeder Mitarbeiter in Zukunft Informatikkenntnisse brauchen wird. Natürlich je nach Beruf in unterschiedlicher Ausprägung. Ingenieurskunst und IT verschmelzen zunehmend. Das Berufsbild des Instandhalters beispielsweise wandelt sich vom klassischen Problemlöser, der unter hohem Zeitdruck Lösungen findet hin zu einer vorausschauenden Tätigkeit, mit deutlich mehr Datenanalyse und Prognose. Wir stellen in jedem Bereich dieselben Fragen: Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die Belegschaft, auf die Produktion, auf die Art der Zusammenarbeit aus? Wie können wir das für die Zukunft auf Premium-Niveau sichern?

Qualifikation auf Premium-Niveau – was bedeutet das?

Wir möchten für unsere Kunden die besten Fahrzeuge bauen. Das gelingt nur mit einer topqualifizierten Mannschaft. Deshalb investieren wir in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter. Das gilt für die eigene Ausbildung genauso wie für Absolventen, die wir von Universitäten in das Unternehmen holen. Wir setzen auf eine vielfältige Belegschaft und möchten, dass unsere Mitarbeiter sich lebenslang weiterentwickeln.

Wir denken dabei natürlich auch unternehmerisch. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Basis unseres Erfolgs. Deshalb hat die langfristige Gesundheit der Mitarbeiter höchste Priorität, wir unterstützen unsere Mitarbeiter bei dem Erhalt ihrer Entwicklung und Leistungsfähigkeit. Wir setzen auf Ergonomie am Arbeitsplatz zum Beispiel durch den Einsatz von Supporting Devices wie dem Exo-Skelett.