LEBENSLANGES LERNEN: ATTRAKTIV DANK DIGITALISIERUNG!?

18.10.18

In den kommenden Jahren wird sich der Anteil der Arbeitsstunden, der von Maschinen erledigt wird, spürbar erhöhen, dennoch geht den Menschen die Arbeit nicht aus. Im Gegenteil. Gleichzeitig ist nämlich davon auszugehen, dass die Digitalisierung zur Schaffung einer Vielzahl neuer Aufgaben bzw. Arbeitsplätze führen wird, die besser an die neue Arbeitsteilung zwischen Mensch, Maschine und Algorithmen angepasst sind.

Wegen zunehmender Veränderungs- und Innovationsgeschwindigkeiten wird es allerdings immer schwieriger, Bedarfsprognosen darüber abzugeben, welche Qualifikationen mittel- bzw. langfristig im Unternehmen benötigt werden.

Es besteht die Gefahr sogenannter "skill-gaps", also einer Qualifikationslücke, die trotz eines Überangebotes neuer Aufgaben und Arbeitsplätzen dennoch zu Arbeitslosigkeit führt, weil bei den vorhandenen Arbeitskräften die notwendigen Qualifikationen nicht vorhanden sind bzw. eine mögliche Fort- und Weiterbildung nicht rechtzeitig vorgenommen wurde.

Deshalb wurde das Thema „Lebenslanges Lernen“ in den Fokus des ddn-Aktionstages in Hannover gestellt. Lernformen, die direkt in der Praxis durchgeführt werden, gewinnen dabei immer mehr an Bedeutung. Die traditionelle und bewährte Lernform „Lernen im Arbeitsprozess“ erfährt vor diesem Hintergrund neue Beliebtheit – zu Recht!

Zum Auftakt begrüßte Moderatorin Friederike Nordmeyer, Demografieagentur der Wirtschaft, die rund 80 Gäste im Helmkehof.

Lutz Stratmann, Geschäftsführer der Demografieagentur und Vorstandsmitglied im ddn, übernahm die thematische Einführung entlang einer Chronologie des (unternehmerischen) Lernens.

Anschaulich zeigte er im sich anschließenden Impulsvortrag „Lernen in der digitalen Transformation” anhand eines Fallbeispiels auf, welche zentralen Elemente eine neue Kultur des Lernens in den Unternehmen benötigt werden.

Dazu Lutz Stratmann: „In den Organisationen sind neue, zukunftsfähige Strategien notwendig, die die Kultur einer Organisation als Ganzes in den Fokus nehmen und die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten in den Mittelpunkt rücken. Auf Seiten aller im Unternehmen Beteiligten muss dazu die Bereitschaft und Befähigung erzeugt werden, erforderliche Kompetenzen und Know-how kurzfristig aufzubauen und möglichst schnell in den Arbeitsprozess zu integrieren.“

Anna Hollstegge (ddn), stellte anschließend „Das Demographie Netzwerk e.V.“ (ddn) vor. Sie betonte wie wichtig eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in regionalen Netzwerken mit starken Partnern vor Ort sei. Hier könnten die Unternehmen wertvolle Hinweise für Ihre Arbeit aufnehmen und ihre Erfahrungswerte weitergeben.

Für die Nexans Deutschland GmbH zeigte Dominik Lemke, HR Manager, welche Chancen und Herausforderungen die Themen Digitalisierung und Lernen bei Nexans bieten und wo Neuland betreten wird. Sissi Zimmermann-Clausen, Projektleiterin, und Rolf Rademaker, Vorstandsreferent, der enercity AG präsentierten, wie lebenslanges Lernen in der betrieblichen Praxis digital funktionieren kann. Dabei sollte man keine Angst vor Veränderungsprozessen haben, sondern „einfach machen“, betonte Rolf Rademaker.

Abschließend stellte Wencke Schwarz, Prozessbegleiterin für das Audit „Zukunftsfähige Unternehmenskultur” der Initiative Neue Qualität der Arbeit, den damit einhergehenden lernfördernden Prozess in den beteiligten Unternehmen vor. Eindrucksvoll zeigte sie Wege auf, die die Transformation unterstützen können.

Wencke Schwarz führte dazu aus: „Das Audit ist ein hervorragendes Instrument, mit dem in den teilnehmenden Organisationen gemeinsam mit allen Beteiligten, Maßnahmen aus den Bereichen Führung, Diversity, Gesundheit und Wissen entwickelt und umgesetzt werden. Der Prozess ist darauf ausgerichtet, die Beschäftigten auf den Weg in die digitale Zukunft mitzunehmen und die Unternehmenskultur zukunftsfähig aufzustellen.“