Demografiefest 4.0 – Was hat Digitalisierung mit Fachkräftesicherung zu tun?

14.09.18

Interview mit Dr. Frank Eierdanz, ITA

Herr Dr. Eierdanz, was bedeutet „Ein Unternehmen muss demographiefest sein?“

Nun, wir erleben den demografischen Wandel in den Unternehmen derzeit ja hautnah. Und er ist eine Herausforderung, auf die man sich einstellen muss, für die man sich „festigen“ muss. Wir haben für Demografiefestigkeit sogar eine Definition, in der eine ganze Reihe von Punkten eine Rolle spielen, beispielsweise die Beschäftigungsfähigkeit, die Fachkräftesicherung, die Arbeitgeberattraktivität – und das alles auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung.


Sind Sie ein Fan der Digitalisierung?

Als Fan würde ich mich selbst nicht bezeichnen, aber wir haben schon zahlreiche neue Möglichkeiten. Digitalisierung erzeugt höhere Produktivität, schafft bessere Arbeitsbedingungen, mehr Zufriedenheit und bietet uns sogar eine Arbeitsgestaltung an, die wesentlich gesundheitsförderlicher ist. Ich mach es mal am praktischen Beispiel fest. Im Unternehmen ist es wichtig, dass sie nicht krank werden. Eine Exoskelett hilft Ihnen, schwere Lasten zu bewegen, ohne dass sie sich den Rücken kaputt machen.  Im kaufmännischen Umfeld helfen ihnen Kommunikations- und Austauschplattformen, schneller zu einer Problemlösung zu kommen. Das sind handfeste Vorteile der Digitalisierung. Oder auch eine digitale Einsatzplanung im Handwerk oder Außendienst. Das spart Zeit, Nerven und unnötigen Verkehr.


Klingt so, als ob es keine Probleme gibt?

Jede Technologie hat zwei Seiten. Aber genau darum geht es doch: die Nachteile in den Griff zu kriegen und die Vorteile zu nutzen. Die große Herausforderung für Unternehmen ist sicherlich, digitale Skills zu identifizieren, die entwickelt werden müssen. Zu diesen digitalen Skills gehört sinnvollerweise auch, die Grenzen von Technologie und ihre Auswirkungen auf den Menschen zu erkennen. Wir müssen beispielsweise parallel zur Nutzung von instant-Kommunikation auch lernen, die ständige Erreichbarkeit in den Griff zu kriegen. Bei der Briefpost gab es das Problem nicht. Für ein Unternehmen geht es immer darum, Wirtschaftlichkeit und Arbeitsbedingungen in Einklang zu bringen. Das ist nachhaltig, das schafft Mehrwert für alle.